Talente und andere Katastrophen

Wisst ihr was ich immer ganz arg fand?  Von Weitem schon erkennbar, ein Kreis voller Mütter, die einen Wettkampf daraus machen welches Kind mehr schläft, mehr isst, schneller trinkt, früher krabbelt, öfter in die Windel pfeffert etc pp.

Wisst ihr was noch viel schlimmer ist als das ?    Ich hab ich mitreißen lassen, mich „beeinflussen“ lassen und bin gerade dabei unseren Weg so zu gehen, wie er für UNS passt, meine Ohren für solche Kommentare zu verschließen, dabei zu lächeln und mir whs nicht so nettes denken 🙂

Bei uns war das Thema in der Motorik.  Meine Große war jetzt noch nie die motorisch Schnellste und ist in ihrem ganzen Sein durch und durch Traumtänzerin, herrlich wenns in der Früh mal schneller gehen muss 😉   Aber ich möchte mal außnahmsweise nicht abschweifen.

Der Punkt ist und ich bin mächtig stolz, genieße es nun in vollen Zügen und hätte es mir ja schon nimma erträumen lassen, aaaaber, Fräulein J. hat mit nun 3,5 Jahren das Laufrad fahren herausen und für sich entdeckt. ❤

Nicht, dass sies nicht schon letzten Herbst konnte, es gibt ein Video, sie fuhr, hat dabei aber gejammert und geweint, dass sies nicht könne.

Na ratet mal, wie oft wir uns eine solche Ausfahrt angetan haben? Richtig, nicht oft, vor allem weil sie gar nimma wollte. Verständlich im Nachhinein. Denn soll ich euch was verraten und glaubt mir, es hat lange gedauert es mir selbst einzugestehen, ich oute mich hiermit als #Rabenmutter … denn ICH wollte, dass sie fährt. Warum?  Weil alle fuhren in dem Alter und weitaus früher schon. AUTSCH. Wenn man das liest auch noch, ein Schlag ins Gesicht. Wie kann man sich das nun vorstellen?  Hm… sagen wir so, wir haben einen halben Fuhrpark zu Hause in der Hoffnung, sie würde mit irgendetwas fahren, nur weil ich nicht einsehen konnte, dass sie ihr eigenes Tempo hat und ihren eigenen Willen. Normalerweise bin ich da ja gar nicht so, was mich bei diesem Thema geritten hat kann ich nichtmal mehr sagen und jetzt tuts mir auch richtig leid.

Ich weiß nicht ob es mit ihrer Vorgeschichte zutun hat, das lange Liegen, oder es einfach so länger gedauert hat.

Was ich immer mehr merke, dass mich das Fräulein J. in mancher Hinsicht sehr stark an mich selbst erinnert, vielleicht handle ich deshalb oft anders als ich es mir wünschen würde?

Ergo, es hat gedauert und wenn ich eines gelernt habe daraus, dass man mit MUSS gar Nichts erreicht, ginge mir ja nicht anders 🙂  Also Ladies, cool bleiben und *wuuuuussaaaaa*

Puh, so ernsthaft sind wir das hier gar nicht gewohnt, was ? 😀

Wir kommen nun zum Thema Talente ….. meinen Talenten…..

Ich hab da nämlich ein ganz Besonders, nämlich mir immer und echt immer viel zu viel vorzunehmen. Schrecklich, kennt ihr das?  Ich helfe gerne, auch anderen, ganz nach Papas Motto „moch ma scho“ und ich tus ja auch gerne und was ich außerdem wahnsinnig gerne mache, ist nähen. Richtig, so richtig, an einer Nähmaschine sitzen und ich behaupte mal ich mach das nicht so schlecht als Laie.

Tja, wann näht man, wann tut man all diese Dinge die man sich vornimmt?  Wann macht ihr das?  Ich bin ja schon froh, wenn ich mal kochen kann oder noch besser meine Notdurft verrichten, ohne, dass mir dir kleine Hummel Fräulein P. weinend am Hosenbein hängt. Da ist an Nähen nichtmal ansatzweise zu denken. Also mach ichs Abends, Nachts, oder auch mal in ihren mehr als dürftig besetzten Schlafphasen.

Jetzt erst wieder hatte ich 2 Designnähen und 3 Probenähen quasi gleichzeitig. Uff, gar nicht so leicht, denn wenn ich eins möchte, dann abliefern und zwar gewissenhaft, egal ob beim nähen oder bei anderem. Witzigerweise habe ich bisher noch alles geschafft, auch wenn mir die ein oder andere Nacht ordentlich nachhing, aber der allerschönste Lohn dafür, wenn die Kinderaugen strahlen, die Große selbst bereits bei Mama „Bestellungen“ aufgibt und auch die Familie und Freunde zufrieden sind. Na dann bin ichs doch auch.

In diesem Sinne, ich geh jetzt noch was zuschneiden 😀

Traumgeburt im Wasser

Kennt ihr das ?  Ihr steht kurz vor der Geburt, oder noch besser, seid frisch schwanger und euphorisch, wisst noch nicht was auf euch zukommen wird und dann kommen sie …. unverhofft, knallhart, mitten ins Gesicht und vorallem aber … absolut ungefragt.

Die Schauergeschichten über Geburten, die einfach niemand hören will.  Näher möchte ich in diverse gehörte Ausführungen gar nicht eingehen. Ihr habt bestimmt die Ein oder Andere ertragen müssen.

Bisher war ich ja der Meinung, dass die Geburt der Großen „schön“ war, normal halt. Im Kreißsaal 14 Stunden Wehen verhecheln, dann ein leider etwas unschöneres Ende, aber im Großen und Ganzen hab ich mich ohne Schauer daran zurückerinnern können.

Glaubt mir, wenn ich euch sage, ich wurde eines besseren belehrt.

Vorbildlich wie sichs so gehört, habe ich wieder die Bücher rausgekramt, die ich schon vor Fräulein J. las. Diesmal hab ich mich verstärkt dem „Hypnobirthing“ (was das ist, könnt ihr in einem alten Beitrag samt Interview und Buchempfehlung nachlesen) gewidmet, ich hab keine Übungen gemacht *shameonme*, aber ich habs gelesen, sogar bis zum Schluss 😉

Die Schwangerschaft vom Wunschkind Nummer 1 war ab der 30.SSW ja alles andere als schön. Im Laufe meiner zweiten Schwangerschaft und ähnlichen Symptomen, kam auch die Angst (so ein Mistvieh) wieder. Ein Krankenhausaufenthalt später, zusammengezählt ein paar liegende Wochen, Vorsichtsmaßnahmen und die Aussagen „bis zur 32.ssw sollt mas schaffen, bis zur 34.ssw sollt mas schaffen, etc pp“ ….. kam alles ganz anders. (eh klar)

2 Wochen vor der Geburt hatte ich immer zwei Tage hindurch zunehmen regelmäßige Wehen, am zweiten Tag meist bis zu 7 Minuten Abständen, jeden Tag dacht ich „so, aber heut wirds was“, tja, nix wars. Denn immer wenn ich soweit war meine Mama anzurufen, damit diese bei der Großen Stellung hielt, tja, da war alles weg, einfach so, was denkt man da … *wtf*?   Dann war wieder ein paar Tage Ruhe bis das Spiel von vorne anfing.

Wie der gewöhnliche Mensch so ist, resignierte ich irgendwann und dachte ha, jaja mir egal, alle 8 Minuten, ist ja eh gleich wieder weg. Am besagten Tag wohlgemerkt, hatte ich am Vormittag noch CTG und war – ACHTUNG, man berücksichtigt bitte die aussagen zum geburtszeitpunkt einige zeilen weiter oben –  2 Tage ÜBERN EGT. Was für eine Ironie, aber das beste kommt noch. Ich bekam vorsorglich ja Spritzen und Lungenreife und Kapseln  damit ja bloß nicht der Gebärmutterhals zu kurz wird oder gar aufgeht vorzeitig. So, jetzt ratet mal was die Hebamme zu mir gesagt hat, 2 Tage drüber, bei der Untersuchung, auf meine Frage hin wies denn aussieht ….. „fruchtblase ist prall, aber der gebärmutterhals ist noch nicht ganz verstrichen“ ……… In genau diesem Moment hätte ich ja gern selbst mein Gesicht gesehen ….. Mehr brauch ich nicht dazu sagen oder ?

Tja, lange Rede kurzer Sinn, zurückzukommen zum Abend des selbigen Tages, wir waren bei 8 Minutenabständen, die schon keiner mehr so ernst nahm. Weils dann fortschreitend doch etwas intensiver wurde und ich währen der „White Collar“ Serie nichts Besseres zutun hatte, hab ich mal mitgeschrieben zwischendurch, ging mal in die Wanne und wieder zurück ins Bett …. Huch naja 6 Minuten, auch noch nicht tragisch denk ich mir. Bei 5 Minuten wurde ich dann doch etwas skeptisch und setzte mal meinen Göttergatten davon in Kenntnis, kurz darauf meldete sich Fräulein J. aus ihrem Zimmer zu Wort. Also erstmals kurz die Oma herzitiert, dann noch ins Bett zum Töchterchen zum nochmal Einschlafkuscheln, oder Einschlafveratmen, da war ich mir nimma so sicher 🙂

Kind schläft wieder, Oma da, Tasche gepackt, Mann hochnervös und ich …. immer noch nicht sicher obs denn wirklich los geht. Mittlerweile waren es dann aber doch nur noch 4 Minuten und wir haben uns dann endlich auf den Weg gemacht. Next Stop, Krankenhaus 17 Minuten entfernt.

Während der Fahrt kam mir teilweise der Gedanke wie denn zu tun wäre, sollte sichs nicht mehr ausgehen bis ins Spital. Habt ihr auch schonmal gehört, wenns so passiert, solle man die Nabelschnur zb. mit Schuhbändern abbinden, der Gedanke kam mir.

Alles gut, nix passiert, alles noch an Ort und Stelle.

Eingecheckt 23:30 auf der Geburtenstation. Die Hebamme super nett, erstmal kurzes CTG, Muttermund 4cm, das dauert noch.  Bäh, das wollte ich nun wirklich nicht hören.

Zur Entspannung und um die Wartezeit zu überbrücken wurde mir die Wanne vorgeschlagen, ja gut, wieso nicht, probieren wir aus, was soll ich denn sonst tun die nächsten Stunden ….. dachte ich 😉

Die Hebamme wollte nun ihrer Arbeit auf der Station weiter nachgehen, es war ziemlich viel Gebimmel und dann im Kreißsaal alles vorbereiten.

So, was wollt ihr denn nun hören? 🙂

Ich sag euch was, ich saß in dieser Wanne, nur ich und mein Mann, scherzend wie lange es denn noch dauern würde und als hätte jemand an einem Rädchen gedreht wars aus mit reden. Was heißt mit reden, mit atmen, mit allem, es war innerhalb von 10 Minuten in der Wanne keine Wehenpause mehr zu spüren …. tja und keine Hebamme 😀

Kurz bevor wir ihr läuten wollten, kam sie reingeschaut und ein kurzer Blick in mein Gesicht reichte ihr, ich sagte soguts ging „ich muss pressen“, die Antwort der Hebamme „ja das glaub ich auch“, na sehr schön, ich sehe wir waren uns einig 😀

Tja, blöde Gschicht, Fruchtblase war noch nicht offen, für die Geburt nix hergerichtet weils so schnell ging und da kam er, der Satz den ich bei Pressdrang nie hören wollte „VERATMEN, immer veratmen, ich hol mal schnell eine Nadel“ ……. ja bist du ******* wie soll ich denn bitte den Schmarrn da veratmen ????   Unmöglich, war auch nicht lange Thema denn ein erlösendes „Plop“ signalisierte mir, dass die Fruchblase wohl eine Nadelphobie hatte und insitinktiv und ganz hypnobirthing like drauf los hab ich einfach getan. Ach, da war sie ja wieder die Hebamme und ein paar Sekunderl später …. huch …. ganz lautlos, im Zimmer ganz still, war die da, Fräulein P. um 0:35, nur eine Stunde nach Ankunft im Krankenhaus, mit gut gemessenen 49cm und 2870g, 3 Tage nach EGT.

Es war schnell und intensiv, aber andererseits ganz ruhig und „entspannt“, ohne Ärzte, ohne fremden Leuten, einfach nur wir und das war unvergleichlich toll ❤

Wären 9 Monate net so eine lange Zeit und hätt i net 2 solcher Schwangerschaften hinter mir, also so eine Geburt wie diese würd ich glatt nochmal machen 😀

Kindergarten – Satansbraten?

Erst gestern hab ich den Staub hier entfernt und heute lest ihr wieder von mir, hoffentlich haltet ihr das aus?  Ist irgendwie ein bisschen wie das Wetter, heute noch 34 Grad und morgen Temperatursturz? … Ich schweife ab.

Heute widme ich mich dem Thema Kindergarten. Wahrscheinlich lehne ich mich weit aus dem Fenster, oder auch nicht, möglicherweise ist sogar die ein oder andere meiner Meinung und sitzt bald zustimmend nickend vorm PC oder Handy, wer liest heut noch was am PC? Andere bekommen vielleicht Schnappatmung und ich bin dann wahrscheinlich ganz froh darüber meinen Wohnsitz nicht bekanntgegeben zu haben 😀

OK, ernsthaft jetzt. Ich komme aus einer Familie in der es einige Kindergartentantenpädagoginnen gibt. Himmel, hätt ich bloß früher dran gedacht, wie komm ich da jetzt gut wieder raus 😀

Nun gut, Fräulein J. hat schlußendlich 3 Monate vor ihrem 3. Geburtstag und nur 2 Wochen nach der Geburt ihrer kleinen Schwester in den Kindergarten begonnen.

Ha, ich höre schon Schreie a la #Rabenmutter, gibt das Kind in den Kiga und die Arme denkt jetzt sie wird abgeschoben.  Ohne Schei**, das war sogar einer meiner Gedanken, aaaber wenn sich das Großkind monatelang vor Langeweile am Teppich vorm TV wälzt ohne hinzusehen (ja mein Kind darf TV schaun #Rabenmutter*2), die Augen frühmorgends öffnet und gleichzeitig das Schnäbelchen mit den immer wiederkehrenden Satz „wo fahren wir hin spielen?“, sich absolut nichts und ich meine NICHTS mit sich anzufangen weiß …… dann, ja dann meine Lieben ist es Zeit, ab in den Kindergarten.

Was war ich nervös ….. Ich, als Tochter/Schwester/Schwägerin und Schwiegertochter von pädagogischem Fachpersonal schicke mein Kind in den Kindergarten. Was wenn sie einen Tobsuchtsanfall bekommt ?  Was wenn sie nicht ordentlich grüßt?  Wieder rumzickt? Nicht essen will, nicht anziehen will, nicht hört oder noch schlimmer …. was wenn ihr Unrecht geschieht ?  …… *pppffff* Wenn mir einer mal gesagt hätte, dass ich genau für einen Tag zur Klucke werd, ich hätts ja nicht gedacht.

Alles halb so wild, wir habens gut überstanden und lasst euch eins sagen. Kinder sind im Kindergarten (fast) niemals so wie zu Hause.

Ich hatte eine Traumeingewöhnung, ich wurde nämlich bereits nach 1 Stunde von der Tochter höchstpersönlich und mit Nachdruck weggeschickt.  Es folgten Monate voller Verzückung über den Kindergarten, die Möglichkeiten dort, ihren neuen Freunden, jedes Wochenende war die reinste Strafe für sie …. und dann kamen die Weihnachtsferien.

Bähm, ich sags euch. Seid froh wenn euer Kind gleich zu Beginn etwas weint. Es ist hart und man muss standhaft bleiben auch wenn das Mutterherz blutet, aber mir wurde gesagt. Irgendwann habens alle mal einen Hänger und die die problemlos anfangen erwischts oft unverhofft und intensiv. Klar, hier haben wir wohl wieder laut HIIIEEERRR gerufen. So kam es dass wir sage und schreibe 4 Wochen bereits beim Anziehen ein Tränenmeer aufwischen konnten, das bis zum Kindergarten nicht aufhörte, sie klammerte sich an mich, wollte keinesfalls reingehen und brüllte und schrie nach mir, dass es mir nicht nur kalt über den Buckel (hab ich derweil noch keinen echten) lief, mir das Herz blutete, nein, es war teilweise so extrem schlimm, dass ich es noch schnell ins Auto geschafft habe, bevor mir selbst ein paar Tränchen in den Augen standen und ich mal tief Luft holen musste bevor ich überhaupt losfahren konnte. Ich sags wies is, ich war reif für einen Schnaps (den ich natürlich nicht getrunken habe). Zum Glück versiegte diese Phase dann doch noch und mittlerweile ist wieder alles palleti.

Dieses war das erste Drama beim Thema Kindergarten, dann gibts da noch das Andere…..

Andere Eltern 😀  Hier könnte man wohl ewig diskutieren, was ist richtig, was ist falsch, welcher Erziehungsstil ist sinnvoller etc pp.  Man kann ja viel beobachten morgens im Kindergarten, so zwischen Kindern und Eltern, ich will hier auch gar nichts und niemanden verurteilen, aber manchmal ist mir schon zum schmunzeln, oder aber auch zum Kopf schütteln zumute 🙂 (so gehts anderen whs auch bei mir)

Ich für mich sag, leben und leben lassen, solange es dem Kind gut geht dabei … Ich stehe hinter dem was ich tue, wer ich bin und wer ich sein möchte, was ich als Mama tue, auch wenns womöglich nicht immer das Richtige ist, aber macht uns nicht genau DAS schon zu perfekten Müttern, wenn wir uns fragen was für unsere Kinder richtig ist ?  Ich hab mal gehört „nur gute Menschen fragen sich ob sie gute Menschen sind“, das gilt doch bestimmt auch für uns Mamas 🙂

In diesem Sinne, heute mit ein wenig weniger Schmäh, ich bin nämlich echt hunds elendig müde und hau mich jetzt ins Bett (um whs wieder bis mindestens 24.00 zu lesen)