Von Trotzphasen und anderen Katastrophen

Huch, schon fast Ende März und 2017 noch keinen Beitrag geschrieben. Ist das nun ein Zeichen, dass wir soviel Stress hatten mit Hausbau und Co. oder das sich nichts getan hat, oder alles vielleicht wunderbarst war um auf Schreiben zu vergessen?  Wer weiß das schon 🙂

Obwohl, by the Way, es gibt ja doch News, Fräulein J. darf sich im Herbst auf ihre kleine Schwester Fräulein P. freuen ❤

Aber zurück zum Thema denn ……..

…. Fakt ist, dass Fräulein J. von Phase zu Phase rutscht und mich damit mitunter ganz schön fordert. Die eine Phase ist toll, die andere erträglich und bei wiederum einer anderen hofft man täglich, dass sie sofort und bitte jetzt gleich vorbeigeht und nie wieder kommt. Ja genau, ich rede genau von dieser letzten Phase, wir hatten sie schonmal und sie ist wieder da.

An guten Tagen läuft alles glatt, an schlechten Tagen ists nach den ersten 10 Minuten am Morgen eigentlich schon wieder Zeit für eine Pause 😀  So und jetzt lesen mal nur jene Mütter (und Väter) weiter, die genau solche Situationen kennen.

Situationen indem das Kind nicht weiß wieso es sich ärgert, aber bereits so reingesteigert hat, das es nicht mehr recht rauskommt.  Man sieht förmlich die Wutteufelchen mit Fackeln und fiesen Grinsern in die Ohren des Kindes laufen mit der Absicht größtmöglichstes Chaos im Kopf des kleinen Kindes anzurichten.

Situationen in denen man das Kind vorwiegend brüllend am Boden liegen sieht, vor Wut an einem Gegenstand oder sich selbst „knabbert“ und der gewünschte Kakao plötzlich ein Drama hervorruft, dem man einfach nicht folgen kann.

Situationen, von denen man am liebsten noch im Schlafgewand schreiend davonlaufen möchte, aber es hilft ja alles nichts.

Aber am allerschlimmsten sind diese Situationen, in denen das Faß überläuft, es bereits tagelang so geht, rund um die Uhr, Tag und Nacht, ohne Pause und die Nerven bereits nur noch aus haarfeinen Fasern bestehen statt aus dicken Drahtseilen. Genau dann, wenn es einem nicht mehr möglich ist sich den Mund fusselig zu reden, erfolglos zu versuchen den Moment zu retten und irgendwie die Stimmung des kleinen Zornröschens in andere Bahnen zu lenken, ja genau in diesem Moment in dem man innerlich aufkocht und droht überzusprudeln, jaaaa genau dann versteckt sich irgendwo in unmittelbarer Nähe eine selbsternannte perfekte Übermutter, mit einem (kein Spaß) meist fast „perfektem“ Kind von dem es solche Phasen nicht kennt, und diese beobachtet das „Spiel“ verachtend und plötzlich ist er da der Stempel RABENMUTTER !

Pffffff…….meine Frage stellt sich ja eher in Richtung, dürfen solche Mütter überhaupt mitreden ?  Oder noch besser Ratschläge erteilen ?   Hand aufs Herz, es ist halt schon sehr einfach zu sagen was man tun sollte bzw könnte, wenn man es selbst nicht muss. War das jetzt verständlich ?  Ach egal, ihr wisst schon was ich meine.

Genau solche Momente sind es dann, wo man sich denkt, bin ich wirklich eine Rabenmutter ?   Mach ich es falsch?  Gibt es hier überhaupt richtig oder falsch ?

Das einzig Schöne an diesen schrecklichen Phasen ist es, wenn egal wie anstrengend, nervenzerrend und schlaflos der Tag/Nacht wieder war, das Zornpinkerl anzusehen wenn es friedlich schläft ist ein kleiner Trost. Das Gefühl, dass es mit solchen Phasen whs genauso schwer zu kämpfen hat wie man selbst, auch wenn man sich das in übersprudelten Situationen nicht immer vor Augen halten kann.

Wichtig ist, ihr alle da draußen, die genau da durch mussten …..  Ihr seid nicht alleine !  Wir sind nicht alleine !  High Five und ein Hoch auf uns !     Irgendwann ist es vorbei und dann lehnen wir uns zurück, klopfen uns selbst auf die Schulter und können sagen „wir habens geschafft und überlebt“  😀

Bauchgefühl wo bist du? oder auch „Erwecke die Löwin in dir“

Sobald man ein Kind hat wird alles anders, das wissen wir ja bereits.

Wie anders, kann man sich vorher nicht vorstellen, wird aber bald auf den Boden der Tatsachen katapultiert, sobald das Mama sein mit voller Wucht beginnt 🙂

Nun ist das Fräulein J. schon bald 2 Jahre alt *augenaufreiß*. Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht.

Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir unzählige Minuten/Stunden in Wartezimmern bei Ärzten, in Kinderspielgruppen, privaten Treffs etc verbracht und was mir immer mehr auffällt, es wird einem ja quasi schon fast „vorgeschrieben“ was die richtige Erziehung ist bzw. was richtig und was falsch.

Aber kann man denn das wirlich verallgemeinen?  Man sagt doch so schön, jeder Mensch ist anders und ganz individuell. Wie kann also eine Sache sowohl für Max als auch für Moritz gleich richtig oder falsch sein ?

Wir stellen uns mal alle den Warteraum beim Kinderarzt vor.

Ein Magazin, ein Folder nach dem anderen.

„Wie ihr Kind richtig schlafen lernt“, „Wie Sie ihr Kind richtig fördern“, „Verbote in den ersten 3 Lebensmonaten“, „Wie Sie richtig mit Wutanfällen umgehen“, „Was Ihr Kind bis zum 1.LJ können muss“, etc.

Schon bei diesen Schlagzeilen wird man ja quasi aufgefordert den Kopf auszuschalten und das geschriebene Wort in den schlauen Foldern für richtig anzuerkennen und umzusetzten.

(By the way, bitte nicht falsch verstehen, einige Infos sind durchaus gut zu wissen.)

Man liest sich nun durch diese weisen Magazine und kommt dann vlt sogar ins Zweifeln, weil das eigene Kind nicht all den geschriebenen Anforderungen bzw Können enstpricht bzw nachkommt. Ist das normal?

Ich bin ja der Meinung, dass wir viel zu viel fragen was alltägliche Kleinigkeiten angeht, in Foren und sämtliche Fachkräfte zB.

Warum verlässt man sich nicht mehr auf sein Bauchgefühl? Jede Mutter kennt ihr Kind doch am Besten, da ist es ganz egal was Herr/Frau Psychologe/Erziehungsexperte/Sozialwissenschaftler sagt, oder nicht ?

Beispiel:

Einer von vielen Ansätzen (die sich ja eh alle wieder widersprechen) im Falle eines Tobsuchtsanfalls:

—> Lassen Sie ihr Kind versuchen, sich selbst zu beruhigen !   😀 (sorry muss schon wieder lachen)

Würde dann bei uns in etwa so aussehen:

Fräulein J. tobt und brüllt, weil der Kakao statt im Becher in einer Tasse ist, schmeisst sich lauthals auf den Boden und biegt sich wie ein Nussschale bevor sie steif wird wie ein Brett, mit hochrotem Kopf und vielen Tränen.

So, laut Experte soll ich jetzt hingehen und ihr ruhig erklären wieso weshalb warum und ihre Wut verstehen, ihre Gefühle ausdrücken und sie dort abholen.

ÄÄÄhhhhm ja, und wie bitte soll ich das ruhig machen, wenn Madame brüllt dass die Gläser im Schrank wackeln? Die hört mich ja gar net 🙂

Anschreien ist aber auch keine Alternative.

Hochnehmen ja das versuchen wir, es wird sich zwar gebogen und gewunden zu beginn, aber mit viel Ablenkung wie „schau mal da draußen sitzt ein Vogerl oder wo hast du denn deine Puppe, vielleicht mag die auch einen Kakao aus der hübschen Tasse trinken“ etc.

Expertentipp somit gescheitert.

 

Auch in anderen Situationen von Babyalter an, wie, wann darf ich was zu Essen geben und wieviel, was darf mein Kind trinken, ab wann darf mein Kind etwas naschen, blablabla….

 

Wie schon gesagt, Anhaltspunkte sind ja durchaus von Vorteil und sicherlich holt man sich noch mehr Tipps beim ersten Kind, aber ich habe erst kürzlich einen tollen Satz gelesen und zwar „Babys sind perfekt für Anfängereltern, denn man wächst gemeinsam in die Sache rein, man muss es nur zulassen“  Schön nicht ?

Genau da kommen wir, endlich, zum Punkt.

Es spricht ja überhaupt nix dagegen sich zu informieren, da gibts auch sehr nützliche Tipps bzw Ratgeber usw.  aber wo ist denn der Mutterinstinkt wenn ich für jedes „Pfürzchen“ erstmal ein Buch, eine Hebamme, einen Arzt, ein Forum brauche?

Gerade diese, wie ich finde, können in gewissen Themen, wie zB. Sauber werden, Schnuller entwöhnung, wahnsinnigen Druck ausüben, der einem unnötig das Miteinander schwer macht.

Klar, ich mach mir auch Gedanken, wie ich Fräulein J. dann mal den Schnuller madig machen kann, das abendliche Fläschchen goodbye zu sagen etc.

Aber ich bin davon überzeugt, dass wir 2 das gemeinsam entscheiden werden wenn es sich richtig anfühlt und einen Weg finden wie wir beide damit glücklich sind.

Also Ladys, back to the roots, Bauchgefühl hallo ! Erweckt die Löwin in euch 😉

Stoffwindelparade

Meine Mama würd ja sagen „die verredn Bissn treffen am ehesten zu“ oder so ähnlich 🙂

Meine Schwester wickelt schon länger mit Stoffwindeln und ich sags euch ganz ehrlich, mir hat geekelt. Die Vorstellung die angekakten Windeln in die Waschmaschine zu schmeißen etc…. *Boooooaaaahhhhhhh*

Außerdem haben die Zwerge damit echt einen richtig moppeligen Hummelpo.

Wie kams also dazu, dass ich, die es schonmal reken kann beim Wickeln, vor allem bei Zahnungsstuhl (sagt nicht, euch gehts nie so, wenn dieser stechend saure grausige Geruch in die Nase sticht und man denkt es brennt einem sämtliche Schleimhäute ab)?

Tja, Fräulein J. hat seit Geburt an immer wieder Probleme mit rotem, wunden Po. Ohne Inotyol über Nacht und Lasepton untertags ging da gar nichts. Wir hatten sämtliche Windelmarken durchprobiert, mit einigen gings besser, mit vielen aber schlechter.

Nach langem hin und her, haben meine Schwester und ich dem Fräulein J. eine Stoffwindel ihrer jüngeren Cousine umgeschnallt.

Hmm, was soll ich sagen. Der Hummelpo ist definitiv da und ist schon ein ordentliches Paket zwischen den Beinen, aber sie schien es nicht zu stören. Madame bewegte sich wie vorher auch und zuppelte nicht daran rum.

Nun folgte der zweite Schritt, ein „Leihgabepaket“ einer lieben Freundin stand am Plan.

Nach sage und schreibe 2 Tagen mit den Stoffis, war der Po um weiten besser als sonst.

Wir versuchten uns weiter daran, langsam bekam ich Übung im Windel stopfen und auch der Würgereflex beim ausräumen (windelvlies fängt kaka – im besten fall – auf, dieses wird im Müll entsorgt, die Saugeinlage wird im Wetbag gesammelt und gewaschen, die Überhose kann man weiterverwenden solangs nicht schmutzig ist) ließ langsam nach 😀

Eine Woche später war ich absolut überzeugt, leider (es wäre so einfach gewesen mit den wegwerfwindeln).  Fräulein J.´s Po war „so schön wie nie“ und wir verwenden seither keine Salben und Cremen mehr.

 

Stoffwindelmarken und -systeme gibt es wie Sand am Meer und es ist anfangs eine Wissenschaft für sich.  Was sich hier wirklich empfiehlt ist entweder ein routinierter Stoffwindelwickelprofi im Familien-/Freundeskreis und/oder eine Stoffwindelberaterin in eurer Nähe.

Von dieser bekommt ihr ein Miettestpaket mit diversen Marken und Systemen um mal alles durchprobieren zu können um das richtige System für sich zu finden.

Hier gibts All in Ones, 2 in 1, Hybridwindeln etc….

rainbowgs-uk

Wir haben uns für die gdiapers entschieden. Hier hat man eine Jerseyüberhose, in diese wird eine PUL Tasche eingeklipst und in diese wiederrum kommt die Saugeinlage (Hanf, Baumwolle, Bambus, etc. die Vielfalt ist enorm) und auf diese dann das Windelvlies um die größte „Sauerei“ aufzufangen 😉

Nachts haben wir eine PUL Überhose von der Marke Blümchen, eine Bambuswindel derselben Marke und zwischen Bambuswindel und Überhose noch eine Prefold (gefaltete Baumwollsaugeinlage) da Fräulein J. noch viel pieselt Nachts.

Beim Nachtsystem wird die Bambuswindel im ganzen gewaschen, die Prefolds auch, die PUL kann abgewischt werden und seperat gewaschen.

Eine Alternative haben wir auch gefunden, bzw. Ergänzung für längere Ausflüge, die Bio Babby Wegwerfwindel. Ist kompostierbar und verträgt Fräulein J. auch super, bei Durchfall oder längeren Ausflügen ist diese nachhaltige Wegwerfwindel unsere Alternative.

Wer sich für Stoffwindeln entscheidet, wird mit der Zeit nicht nur den ökonomischen Effekt, sondern auch den finanziellen merken. Die Erstanschaffung ist zwar relativ hoch, hier gibt es aber je nach Wohnbezirk einen Windelgutschein, mit dem man einen gewissen Betrag retour bekommt.

 

Hier der Link zur offiziellen gdiapers Seite: https://de.gdiapers.eu/

Gute Angebote findet man auf windeln.de, nakiki.de, stoffwindelcompany.at etc.

 

So, wer jetzt noch Fragen hat, der kommentiert einfach 😀