Hypnobirthing – Was ist das ?

Wie ihr ja bereits wisst, bin ich meiner Zeit gern voraus und plane gerne 🙂

So kam es auch, dass ich mich schon sehr früh mit dem Thema Geburt beschäftigte, wie will ich es, wie kann ich mich vorbereiten, usw. – ja ihr glaubt gar nicht was es da alles gibt.

Von Wassergeburt bis hin zu Hypnobirthing – hä? Hypnobirthing ? Noch nie gehört ? Keine Ahnung was das ist ?

Ladies – ich hab da was für euch 😉

Auch ich habe mich mit dem Thema Hypnobirthing bereits etwas auseinandergesetzt und mir das Buch gekauft und auch gelesen. Viele möchten vielleicht vor der Anschaffung genauer wissen, was sie in dem Buch erwartet, was sie sich daraus „mitnehmen“ können und vor allem WOFÜR HILFT ES MIR ?

 

Ich habe eine ganz  liebe zertifizierte Hypnobirthingkursleiterin „gefunden“ – Karin Kaiblinger – die so lieb war und einige Fragen hierzu für euch ausführlich und ganz liebevoll beantwortet hat.

Und los geht´s:

 

Die tief in unserer Kultur verankerte Angst der Frauen vor der Geburt bewirkt im Körper drei entscheidende Reaktionen – die Muskeln verkrampfen sich, die Durchblutung wird reduziert und bestimmte Stresshormone werden ausgeschüttet. Alle diese Reaktionen bedingen und verschlimmern die Geburtsschmerzen. Bei der Mongan-Methode wird diese Angst mit Hilfe von HypnoseTechniken systematisch abgebaut, auch solche aus traumatisch erlebten Geburten. Viele Schmerzen entstehen so erst gar nicht, die werdende Mutter kann sich tief entspannen und ihr Körper seine Aufgabe wesentlich besser erfüllen.

Zusätzlich vermindert HypnoBirthing Schmerzen durch besondere Atem-, Entspannungs- und Konzentrationsübungen drastisch, so dass Schmerzmittel fast immer überflüssig sind. Ebenso wird die Zahl der Kaiserschnitte und anderer ärztlicher Eingriffe stark reduziert. Nach der Geburt erholen sich die Frauen deutlich schneller und können so auch besser eine innige Bindung zu ihrem Kind aufbauen.

 

  • Liebe Karin, im Namen steht das Wort Hypnose, was Viele abschrecken mag bzw einen falschen Eindruck verleiht. Kannst du den Mom´s to be da draußen kurz erklären, was sie sich unter HypnoBirthing vorstellen können?

Bei HypnoBirthing arbeiten wir mit vielen verschiedenen Techniken (Entspannungsübungen, Visualisierungen, Massage,…), um dich auf die Geburt deines Babys vorzubereiten. Dazu zählt auch Hypnose.

Bitte stell dir darunter aber nicht die klassische Showhypnose vor, bei der der Zauberer mit den Fingern schnipst und alle umfallen oder wie Hühner gackern.

Es geht hier darum, einen tiefen Entspannungszustand herzustellen und diesen durch tägliches Üben immer weiter zu vertiefen. Das geht jeden Tag ein bisschen besser und schneller.

Ziel ist es, während der Geburt vollkommen entspannt zu sein und gleichzeitig auch vollkommen fokussiert auf die Geburt zu bleiben. In Hypnose zu sein heißt: dein Körper ist völlig entspannt, dein Geist ist aber hellwach und konzentriert. Du bist zu keiner Zeit weggetreten oder geistig in irgendeiner Art benebelt.

Hypnose ist übrigens ein alltäglicher Zustand, in dem sich jeder von uns einige Male am Tag befindet. Zum Beispiel kurz vor dem Aufwachen oder Einschlafen, die Zeit, die schneller vergeht, wenn man ein spannendes Buch liest, ganz vertieft einen packenden Film anschaut.

 

  • Was sind die Grundgedanken, die Hypnobirthing mitbringt? Wofür steht es?

HypnoBirthing steht für eine natürliche, sanfte und entspannte Geburt. Wir gehen davon aus, dass Geburt ein natürlicher Prozess ist, der – bei gesunder Mama und gesundem Baby – keiner medizinischen Intervention bedarf.

Natürliche Prozesse im Körper sind in der Regel nicht schmerzhaft, Geburt sollte hier ebenfalls dazugehören. Ist die Mama während der Geburt entspannt, kann sie sich auf einen sanften und leichten Vorgang freuen.

 

  • Woher kommt HypnoBirthing bzw. warum findet es erst jetzt den Weg „zu uns“?

Die Methode kommt aus den Vereinigten Staaten und ist im gesamten englischsprachen Raum sehr verbreitet. Man munkelt auch, dass Kate Middleton ihr „Royal Baby“ mit HypnoBirthing zur Welt gebracht hat.

HypnoBirthing- auch die Mongan-Methode genannt- wurde in den 1990er Jahren von Marie Mongan entwickelt, die gerade im Begriff war, Großmutter zu werden. Als Hypnotherapeutin und Frau, die bereits selbst 2 sanfte Geburten erleben durfte, hatte sie die besten Voraussetzungen, eine Geburtsvorbereitungsmethode zu entwickeln, die viel mit Entspannung arbeitet.

Die deutsche Erstauflage des Buches erschien 2008 am Markt. Seither nimmt HypnoBirthing im deutschsprachigen Raum an Bekanntheit stetig zu. Mittlerweile gibt es in Österreich rund 50 zertifizierte Kursleiterinnen.

 

  • Es mag einige Frauen/werdende Eltern geben, die vielleicht denken, dass es etwas recht Spirituelles ist und haben vielleicht den Eindruck Nichts damit anfangen zu können. Ist es tatsächlich so, dass es nur für „bestimmte Frauen“ geeignet ist?

Nein, HypnoBirthing ist auf jeden Fall für jede Mama geeignet. Ich empfehle allen Eltern, die ihrem Baby und sich selbst eine entspannte Schwangerschaft und eine sanfte Geburt ermöglichen wollen, das Buch zu lesen und/oder sich für einen Kurs in ihrer Nähe anzumelden. Mama, Papa und auch das Baby können nur profitieren. HypnoBirthing-Babies sind auch nach der Geburt entspannte, zufriedene kleine Wesen.

Als „spirituell“ sehe ich HypnoBirthing eigentlich gar nicht. Alle Themen sind wissenschaftlich fundiert: biologische Abläufe im Körper, genauso wie progressive Muskelentspannung, positives Denken und die verschiedenen Atemtechniken.

 

  • Die sanfte Geburt die durch Hypnobirthing erzielt werden soll, ist wohl die Traumvorstellung jeder werdenden Mutter. Gibt es bereits Studien, aus welchen die Erfolge herausgehen?

Die Colchester Hospital University (NHS Foudations Trust) hat folgende Zahlen zum Thema Geburtsvorbereitung mit Hypnose veröffentlicht: 59 % der Teilnehmerinnen benötigten während der Geburt keinerlei Schmerzmittel, 79 % gaben an, eine sanfte Geburt erlebt zu haben und 55 % der Teilnehmerinnen hatten eine Geburt, die weniger als 6 Stunden dauerte. Ein beachtlicher Erfolg!

Es ist auch noch interessant zu erwähnen, dass es die „sanfte Geburt“ nicht erst seit HypnoBirthing gibt, sondern schon 1913 stellt der englische Arzt Dr. Grantly Dick Read fest, dass es die Grundlage für eine sanfte Geburt ist, frei von Angst und Stress zu sein. Denn Angst und Stress, lassen die Gebärmuttermuskulatur sich zusammenziehen, dies löst Schmerzen aus. Ist die Mutter aber entspannt, arbeiten die Gebärmuttermuskeln harmonisch zusammen.

Der Wikipedialink zu Dr. Grantly Dick Read gibt hier einen wunderbaren Einblick in seine Arbeit.

 

  • Ist es auch möglich „nur“ mittels dem Buch ein besseres Bewusstsein für diese Methode zu erlangen oder ist ein Kurs unbedingt notwendig?

Natürlich ist das möglich. Das Buch gibt einen guten Überblick, kann eine feine Einstimmung auf die Geburt sein und ist für Viele wahrscheinlich ausreichend.

Im Kurs werden Themen vertieft, die im Buch nur angerissen werden. Wir kümmern uns speziell um das Thema Angst vor der Geburt, um die Stärkung des Selbstvertrauens und schauen uns natürlich besonders genau die Atem- und Entspannungstechniken an. Aktuelle Infos zu meinen Kursen findest du auf meiner Homepage oder auf Facebook.

 

  • Die Hypnobirthingkurse sind im deutschsprachigem Raum noch recht dünn besiedelt. Liegt es deiner Meinung nach wirklich an der westlichen Kultur, dass viele Menschen nicht offen dafür sind, dass die Meinung eine Geburt „muss“ schmerzvoll sein so tief verankert ist?

Nein, meiner Meinung nach liegt es zu einem großen Teil an unserer Bequemlichkeit. Wer sich auf die Geburt optimal vorbereitet, kann eine wunderbare Geburt erleben. Wir müssen weg von dem Gedanken: „Ach, Geburtsvorbereitung brauch ich nicht, die Hebamme wird mir dann schon zeigen, wie ich atmen muss.“ Es ist wichtig, dass wir wieder lernen, wie man gebärt und uns nicht auf medizinisches Personal verlassen. Denn es ist oft so, dass Hebammen und Ärzte dazu angehalten werden, die Geburt als so kurz wie möglich zu vollenden. Oft unter Einsatz von Wehencocktails, Fruchtblasenöffnungen, PDAs bis hin zum Kaiserschnitt, anstatt einem natürlichen Prozess seine Zeit zu geben. Frauen, die nicht vorbereitet sind, lassen in dieser Situation oft zu, dass das Personal die Oberhand hat. Dabei wissen doch unser eigener Köper und unser Baby selbst ganz genau, was, wann zu tun ist.

Daher, Mom-to-be’s, bereitet euch gut auf eure Geburt vor – macht Yoga, geht in Kurse, lest Bücher, geht zur Hebammenberatung, macht Dammmassage! Stimmt euch ein! Das schönste Geschenk, das ihr eurem Baby für sein ganzes Leben machen könnt ist, ihm eine schöne Geburt zu ermöglichen. Ein Erlebnis, das für das ganze Leben prägt.

 

  • Oft hört man auch, dass sich viele werdende Eltern fragen, ob sich die Investition in den Hypnobirthingkurs wirklich lohnen wird, ob man in der Geburtssituation definitiv davon profitieren wird und eine nahezu schmerzlose, sanfte Geburt erreichen kann. Hast du hier ein paar Erfahrungswerte bzw Tipps ?

Ja, ich bin selbst der beste Erfahrungswert! Auf meine erste Geburt war ich wirklich nicht gut vorbereitet, besuchte lediglich einen etwas verstaubten Geburtsvorbereitungskurs bei einer Hebamme. Bei der Geburt selbst war ich dann total überfordert von dieser Kraft, die Wellen (Anm.: = Wehen – HypnoBirthing verwendet eine Sprache, die nicht schmerzindizierend oder medizinisch wirkt) haben. Ich war mir sicher, kein weiteres Kind zu bekommen. 3 Jahre später war ich wieder schwanger und in Panik. Durch Zufall kam ich auf HypnoBirthing. Ich konnte die für mich wichtigen Übungen und auch die Atemtechniken super anwenden. Meine Geburt war während der Eröffnungs- und Verdünnungsphase tatsächlich schmerzarm und auch die Geburt selbst, war eine wunderschöne Erfahrung. Eine perfekte HypnoBirthing-Geburt!

Kurzum, für mich hat sich die Investition in den Kurs auf jeden Fall ausgezahlt.

 

  • Bei sehr vielen werdenden Müttern überwiegt die Angst vor einer natürlichen Geburt, sie fürchten die Schmerzen und viele erinnern sich an die Horrorgeschichten von stundenlangen Wehen, Geburtsstopp, Dammriss, etc. Aus diesem Grund entscheiden sich viele für einen Kaiserschnitt ohne medizinischer Indikation. Wie kann man das Vertrauen in den Körper, die Natur zurückgewinnen und welche Vorteile hat eine vaginale Geburt gegenüber einer Sectio?

Wie schon erwähnt, ist gute Vorbereitung alles. Zu wissen, was in meinem Körper während der Geburt geschieht, bringt viel Entspannung und auch Selbst-Vertrauen mit sich. So kann man auch eine Wellenpause locker hinnehmen, da man ja nach der guten Vorbereitung weiß, dass Baby und Körper einfach eine Pause brauchen.

Auch das Thema „stundenlange Wehen“ sehe ich nicht als Tragik. Geburt ist ein Prozess, der einfach seine Zeit braucht. Also lassen wir ihm die Zeit.

Eine spontane, vaginale Geburt hat den großen Vorteil, dass das Baby selbst bestimmt, wann es auf die Welt kommt. Nämlich dann, wenn es bereit ist! Wieder ist ein Eingreifen in diesen Prozess einfach ungünstig. Kaiserschnittbabys, die plötzlich und unerwartet aus ihrer gemütlichen Höhle gerissen werden, neigen dazu Schreibabys zu werden und auch später schlecht zu schlafen oder zu essen. Wer kann ihnen das verübeln.

 

 

Liebe Karin,

vielen Dank auch an dieser Stelle noch mal für deine Bemühungen.

Karin Kaiblinger und ihre Hypnobirthingkurse findet ihr in St.Pölten und unter www.kleineswunder.at

 

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